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Was ist ein guter Christ?

Was ist ein guter Christ? – Kein Sex vor der Ehe?

By 4. April 2022Mai 12th, 202221 Kommentare

Hosch a Meinung?

Die Regelbücher der katholischen Kirche sind dick: Im Katechismus und im Kirchenrecht gibt es viele Gesetze und Normen, an die sich die Gläubigen zu halten haben. Kein Sex vor der Ehe, das Verbot der Empfängnisverhütung und die Sonntagspflicht, sind nur einige Beispiele davon. Sind diese Vorgaben heute noch zeitgemäß? Was macht gute Christinnen und Christen aus? Ist es das Befolgen der Regeln oder eher das Leben der christlichen Werte?

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Weiterlesen zum Thema "Kein Sex vor der Ehe"

Das sagt das katholische Lehramt:

„Unzucht ist die körperliche Vereinigung zwischen einem Mann und einer Frau, die nicht miteinander verheiratet sind. Sie ist ein schwerer Verstoß gegen die Würde dieser Menschen und der menschlichen Geschlechtlichkeit selbst, die von Natur aus auf das Wohl der Ehegatten sowie auf die Zeugung und Erziehung von Kindern hingeordnet ist. Zudem ist sie ein schweres Ärgernis, wenn dadurch junge Menschen sittlich verdorben werden.(Katechismus der Katholischen Kirche (1997) Nr. 2353)

„Die körperliche Vereinigung ist also nur dann rechtmäßig, wenn zwischen dem Mann und der Frau eine endgültige Lebensgemeinschaft geschlossen worden ist.“ (Persona humana, Kongregation für die Glaubenslehre (1975), Art. 7)

Die Sexuallehre der katholischen Kirche verurteilt außerehelichen Geschlechtsverkehr, da dieser nicht dem Willen Gottes entsprechen würde. Deshalb ist es auch nicht erlaubt, Beziehungen oder Partnerschaften zu segnen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe beinhalten (vgl. Responsum ad dubium der Kongregation für die Glaubenslehre, 15.03.2021). Auch verlobte Brautleute sind aufgefordert in Enthaltsamkeit zu leben. Sie sollen Liebesbezeugungen, die der ehelichen Liebe vorbehalten sind, der Zeit nach der Heirat vorbehalten. (Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche (1997) Nr. 2350)


 Das sagt die Bibel:

Eine einheitliche Sexualethik gibt es in der Bibel nicht. Besonders im Alten Testament lassen einige Belege die Deutung zu, dass die Ehe nicht als ausschließlicher Raum für Sex gesehen wurde. Vor allem aber vorehelicher Sex ist in der Bibel kein wirkliches Thema, denn das Heiratsalter war im Vergleich zu heute sehr jung. Darüber hinaus werden Sexualität und Sex im Alten Testament als etwas durchweg Positives und Lustvolles betrachtet (wenn sie im einvernehmlichen Rahmen passieren, also nicht im Kontext von Gewalt geschehen), so z.B. im Hohelied der Liebe, einer Sammlung von erotischen Liebesliedern in der Bibel.

 Zum Weiterdenken:

Liebe und Beziehungen sind für junge Menschen wichtige Themen. Sie sehnen sich nach Partnerinnen und Partnern, um sich auszuprobieren, um aneinander zu wachsen und Erfahrungen zu sammeln. Intimität und Sexualität gehören selbstverständlich zu einer Beziehung dazu, denn sie sind Kommunikationsformen der Liebe.

Für einige Christinnen und Christen stellen die Antworten der Kirche mit dem Verbot von außerehelichem Geschlechtsverkehr keine annehmbaren Optionen dar; es wirkt für sie lächerlich in der heutigen Zeit. Laut diesen Gläubigen sollte die Kirche ihre Entscheidung nicht einfach übergehen oder als falsch abstempeln.

Auch die Genderforschung wird in der kirchlichen Sexuallehre nicht adäquat integriert. „In vielen Kreisen des Vatikans – der Papst inklusive – wird die Genderforschung in erster Linie als Angriff auf die christliche Anthropologie gesehen. Das wird aber weder der Forschung in ihrer Komplexität noch dem Selbstverständnis vieler Menschen gerecht“, meint Martin M. Lintner, Professor für Moraltheologie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Brixen. „Eine neue Sicht auf Sexualität wäre nicht das Ende der klassischen Familie. Jeder muss eine sexuelle Identität selbst finden und leben. Da kann man nicht einfach nur mit Regeln kommen, die man vorschreibt.“ (Katholisch.de. Der Kampf der Kirche mit der Sexualität: https://www.katholisch.de/artikel/22636-der-kampf-der-kirche-mit-der-sexualitaet)


 Verhütung nicht erlaubt?

„Jede Handlung ist in sich unsittlich, die entweder in Voraussicht oder während des Vollzugs des ehelichen Aktes oder im Anschluss an ihn beim Ablauf seiner natürlichen Auswirkungen darauf abstellt, die Fortpflanzung zu verhindern, sei es als Ziel, sei es als Mittel zum Ziel. Solche Handlungen sind zum Beispiel die direkte Sterilisation oder die Empfängnisverhütung.“ (Katechismus der Katholischen Kirche – Kompendium (2005) Nr. 498)

Die katholische Kirche unterscheidet zwischen natürlicher Familienplanung und künstlicher Empfängnisverhütung. Die natürliche Familienplanung ist erlaubt, nicht jedoch der Gebrauch von Verhütungsmitteln (z. B. Pille, Kondome, Sterilisation). Die Kirche sieht darin einen manipulativen Eingriff in die ganzheitliche Vereinigung und in den Schöpfungswillen Gottes.

Das Verbot der künstlichen Empfängnisverhütung ist in der Enzyklika „Humanae vitae“ von Paul VI. aus dem Jahr 1968 grundgelegt. Sexualität, Ehe und Fortpflanzung dürfen nach Ansicht von Paul VI. nicht grundsätzlich voneinander getrennt werden. Kaum eine päpstliche Aussage ist im 20. Jahrhundert in der Gesellschaft und in der Kirche selbst auf so viel Ablehnung gestoßen wie dieses Verbot.

Papst Benedikt hat im Jahr 2010 den Gebrauch von Kondomen im Einzelfall in Betracht gezogen, wenn es darum geht, die Ansteckungsgefahr von Aids zu verringern (vgl. Benedikt XVI: Licht der Welt).

Die Lehre der Kirche in Bezug auf künstliche Empfängnisverhütung spielt heutzutage im Leben vieler Menschen beinahe keine Rolle mehr. Auch hier herrscht eine große Kluft zwischen der Lehre der Kirche und dem Leben der Gläubigen. Die Menschen aufgeklärt, was den Gebrauch von Mitteln der künstlichen Empfängnisverhütung (wie beispielsweise Kondomen oder der Pille) angeht. Durch veränderte soziale und gesellschaftliche Konventionen setzen sich Jugendliche heutzutage früh mit den möglichen Mitteln auseinander, um eine frühe Elternschaft zu vermeiden oder sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten zu schützen.

Die Bibel schweigt zu diesem Thema, da künstliche Verhütungsmethoden einfach noch nicht bekannt waren.


Masturbation erlaubt?

„Masturbation ist eine zuinnerst schwer ordnungswidrige Handlung. Der Hauptgrund für diese Beurteilung ist, dass der freigewollte Gebrauch der Geschlechtskraft, aus welchem Motiv er auch immer geschieht, außerhalb der normalen ehelichen Beziehungen seiner Zielsetzung wesentlich widerspricht; denn es fehlt ihm die von der sittlichen Ordnung geforderte geschlechtliche Beziehung, jene nämlich, die »den vollen Sinn gegenseitiger Hingabe als auch den einer wirklich humanen Zeugung in wirklicher Liebe« realisiert.“ (Persona humana, Kongregation für die Glaubenslehre 1975, Art. 9)

„Selbstbefriedigung ist ein Verstoß gegen die Liebe, weil sie die Erregung der Lust zum Selbstzweck macht und von der ganzheitlichen Entfaltung in der Liebe zwischen Mann und Frau abkoppelt. Deshalb ist Sex mit sich selbst ein Widerspruch in sich.“  (Jugendkatechismus „Youcat“ (2011) Nr. 409)

Viele Jugendliche und Erwachsene nutzen die Selbstbefriedigung, um ihren eigenen Körper kennen zu lernen und ihre sexuellen Bedürfnisse unabhängig von anderen zu befriedigen. Früher wurde die Masturbation als etwas Schlechtes und Schädliches oder gar Gefährliches angesehen, man machte sie sogar für Behinderungen und Krankheiten verantwortlich. Dies ging so weit, dass man glaubte, davon sterben zu können. Heutzutage weiß man, dass Selbstbefriedigung keinesfalls schädlich, sondern einfach nur eine sexuelle Praktik ist und zu den normalsten Dingen auf der Welt zählt (vgl. Young and direct: https://www.young-direct.it/de/sexualitaet/lesen/viele-tun-es-aber-keiner-spricht-darueber/).

 

Quellen:

BDKJ Diözesanverband Aachen. „Liebt einander!“ – Argumentationshilfe zum Umgang mit der kirchlichen Sexuallehre https://www.sueddeutsche.de/politik/papst-benedikt-xvi-kondome-und-aids-ausnahme-prostitution-1.1026419
Katholisch.de. Ein Plädoyer für Treue und Liebe: https://www.katholisch.de/artikel/3463-ein-plaedoyer-fuer-treue-und-liebe
Katholisch.de. Der Kampf der Kirche mit der Sexualität: https://www.katholisch.de/artikel/22636-der-kampf-der-kirche-mit-der-sexualitaet
Young and direct. Viele tun es aber keiner spricht darüber: https://www.young-direct.it/de/sexualitaet/lesen/viele-tun-es-aber-keiner-spricht-darueber/

Weitere Plakate zum Thema "Was ist ein guter Christ?" (erscheinen am 5., 6., 7. und 8. April)

Hosch a Meinung?

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21 Kommentare

  • Martin sagt:

    Warum ist die Kirche gegen voreheliche Sexualbeziehungen?
    Weil sie die Liebe schützen möchte. Ein Mensch kann einem anderen kein größeres Geschenk machen als sich selbst. „Ich liebe dich“ heißt für beide: „Ich will nur dich, ich will dich ganz und ich will dich für immer!“ Weil das so ist, kann man „Ich liebe dich“ eigentlich nicht auf Zeit oder auf Probe sagen, auch nicht mit dem Körper. (Youcat)
    Weil die Liebe so groß, so heilig und so einmalig ist, bittet die Kirche die jungen Menschen eindringlich, mit der Aufnahme voller geschlechtlicher Beziehungen so lange zu warten, bis sie verheiratet sind.

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  • Kathrin M sagt:

    Euer Plakat „Friedensgruß – nur Show?“ Und eure Gedanken dazu gefallen mir nun besonders gut.

    Das Beruhigende ist eigentlich, dass wir, wenn wir in einer Kirche etwa beim Gottesdienst oder einer WGF oder Andacht o. Ä. sind, ja unsere ganze Menschlichkeit mit hineinnehmen, unser Gutes, weniger Gutes, unsere Stärken und Schwächen. Es ist wirklich beruhigend zu wissen, dass es im Grunde eben NICHT darum geht einem Ideal zu entsprechen, dass es nicht um Perfektion und schon gar nicht um Leistung geht.

    Der Friedensgruß ist ein gutes Beispiel. Er zeigt, dass Friede und Liebe und Wertschätzung nicht darauf beruhen, dass sich alle herrlich verstehen und dass wir einander alle ganz von Herzen mögen und sympathisch finden müssen. Er weist uns vielleicht auf die tiefe und auch schöne Dimension von Liebe und Frieden hin, die nichts mit einem Idealzustand zu tun hat, sondern damit, dass wir es lernen müssen Spannungen auszuhalten, dass Respekt und Wertschätzung eigentlich viel von uns abverlangen und dass es uns alle dafür braucht, dass jede und jeder gefordert ist. Den Friedensgruß geben wir der/dem gerade Nächsten, die/der sich neben uns befindet – wie auch immer wir zu ihr oder ihm stehen mögen. Geben wir einander die Hand ist es ein erstes Zeichen eines Miteinanders und nicht Gegeneinanders.

    Hände, die ganz leer sind, die keine Waffen festhalten und keine Gewalt verüben (in welcher Form auch immer) berühren sich -Haut auf Haut – beim Friedensgruß. Es ist ein Gewahrwerden, dass das Gegenüber genauso zerbrechlich, vergänglich, verletzlich ist, wie ich selbst. Es hat genauso Wünsche, Sehnsüchte und unbeantwortete Fragen in sich, wie ich selbst.

    Nicht umsonst berührte Jesus die Menschen, immer wieder, ganz direkt, selbst die und gerade die, die niemand berühren wollte.

    Berührungen sind auch die Sakramente, die wir im Laufe eines Lebens empfangen.

    Vielleicht könnte uns der Friedensgruß von Hand zu Hand, der aufgrund von Covid19 ausfallen muss, daran erinnern, wie es ginge! Und dass Berührung auch von Blick zu Blick, von Angesicht zu Angesicht, von Wort zu Wort, von Gedanke zu Gedanke, von Herz zu Herz, stattfinden und gelernt und GETAN werden kann.

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  • Karin sagt:

    Ich möchte gerne euren Slogan nachkommen und meine Meinung zu eurer Aktion teilen. Ich muss ehrlich sagen, dass sie mich am Anfang triggerte und sehr traurig stimmte. Doch ihr schaft eine Plattform um Fragen zu stellen, die offensichlich im Alltag nie befriedigend beantwortet werden. Warum tickt die Kirche anders als wir leben und warum hält sie so streng an Dinge fest, die veraltet sind, oder warum gibs so was wie Ablass, was ist das?
    Das finde ich wundervoll und dafür möchte ich euch Danken! Ich bin Mutter von drei kleinen Mädchen die auch ständig nach dem warum fragen und auch ich selbst habe erst vor wenigen Jahren wieder zur Katholischen Kirche gefunden (obwohl ich vorher auch behautet hätte ich sei katholisch)
    All diese Fragen habe ich mir alle auch gestellt, so nach dem Motto, warum können die nicht nach der Zeit gehen? Ich durfte erfahren tief in meinem Herzen, dass es wahr ist, alles was uns die katholische Kirche lehrt und erlebte eine Bekehrung. Ich hatte als Kind das Glück in Medjugorje sein zu dürfen und würde euch die Botschaften der Muttergottes gerne ans Herz legen…verstehen kann ich die Kirche erst nach meiner Bekehrung, davor hatte ich diselben Fragen wie viele von uns.
    Ich weiß, dass kling villeicht fremd und sonderbar…aber nur weil wir uns als Gesellschaft von Gott endfremdet haben. Ich möchte nicht ohne Gott in meinem Herzen leben, der mir täglich Hilfe schenkt und dem ich vertrauen kann.

    Ich bitte Gott, dass ihr seine Liebe kennenlernen dürft.

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  • Julia sagt:

    Zum heutigen Plakat über die sonntägliche Gottesdienstpflicht ab 7 Jahren: davon habe ich heute das erste Mal gehört! Und ich würde sagen ich bin in katholischen Kreisen groß geworden. Bei dieser Regel und bei so so vielen anderen, wie auch der Empfängnisverhütung, oder den Fastenregeln zum Beispiel frage ich mich was so genaueste Vorgaben bezwecken sollen. So detaillierte Regeln mit Altersangaben mit gefühlt überall auch Ausnahmen sind durch Tradition und Historie entstanden, aber nicht mehr passend zu unserem Heute!

    PS. Ich erfuhr durch diese Aktion auch, dass nur gewisse Verhütungsmittel verboten sind, vlt kann mir noch jmd erklären welche schon, welche nicht und vor allem welche Unterschiede und Ausnahmen es da gibt. 😛

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  • Klaus sagt:

    Alles braucht einen passenden Rahmen. Man kann z.B. ein Festtagsmenue in einer Rumpelkammer essen oder aber an einem festlich gedeckten Tisch. Es ist doch klar, dass sich jeder für das zweite entscheidet. Auch die geschlechtliche Liebe braucht den ihr gebührenden Rahmen. Was für das Menue der festlich gedeckte Tisch ist, ist für die geschlechtliche Liebe, für das Sich-Ganz-Hinschenken, die Ehe.

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    • Lena sagt:

      Warum sollte ein Akt der Liebe einen solchen Rahmen brauchen? Die Ehe ist letztlich doch nur ein unterschriebenes Dokument. Was eine gute Beziehung wirklich ausmacht ist die Verbindung zwischen zwei Menschen, egal ob mit Eheversprechen oder ohne. Warum sollte der Geschlechtsverkehr von dem Ehevertrag abhängig sein, wenn doch die darin involvierten Menschen das wichtigste sind?

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  • Toni sagt:

    Die Kirche soll nicht in die Schlafzimmer, sondern in die Wohnzimmer schauen. Wer die Sexualität der Menschen kontrolliert kann über den Menschen bestimmen. Für mich sind Sexualität, Macht, Religion sehr eng verbunden und es braucht große Selbstermächtigung, um in Freiheit, Verantwortung, Liebe die eigene Sexualität intensiv, sinnvoll zu leben. Das Lied mit dem Titel “ Nie genug“ , von der Gruppe „Pur“ , ist für mich eine sehr gute Antwort auf diese Diskussion. „Küsst ihr nur den Boden, ich küss lieber dich“. „In der Umarmung einer gefühlten Nacht, liegt so viel Gott. Wie lieb ich das!“

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    • Christopher sagt:

      Viele Christen möchten Jesus nachfolgen, sind aber nicht bereit, sich selbst zu verleugnen u. täglich ihr Kreuz auf sich zu nehmen. Sich selbst zu verleugnen bedeutet, bereit zu sein, alles um Christi Willen zu verleugnen – sogar die eigene Sexualität. Warum identifizieren wir uns mehr mit unserer Sexualität als mit unserem Glauben an Christus? Nirgends in der Bibel gibt es einen Freibrief für Unmoral, vorehelichen Sex, praktizierte Homosexualität usw. Paulus sagt: Auch ihr ward Solche, nun aber seid Ihr reingewaschen durch das BLUT JESU. Jesus selbst sagt dem/der Ehebrecher/In: Auch ich verurteile dich nicht, gehe und sündige nicht mehr. Gottes Barmherzigkeit verwandelt alle und gibt die Kraft nach seinem Willen zu leben.

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      • Magdalena sagt:

        Warum muss man einen Teil seiner Selbst verleugnen? Warum kann man nicht seine Sexualität annehmen und gleichzeitig an Christus Glauben? Denn sowohl das eine, als auch das andere sind ein Teil von mir und muss ich eines verleugnen kostet das sehr viel Kraft und fügt tiefe Wunden zu. Erst wenn wir mit unserem ganzen Herzen glauben, mit all seinen Ecken und Kanten, den Besonderheiten und den Dingen mit denen wir kämpfen, können wir aus ganzer Kraft Lieben.

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        • Kathrin M sagt:

          Ich gebe dir recht, Magdalena.
          Jesu Worte und Gottes Forderungen sind, das scheint mir aus der ganzen Hl. Schrift herauszuklingen, nicht gegen die Menschen und gegen uns als Schöpfung Gottes gerichtet.
          Sie sind FÜR uns.

          Außerdem sollten wir auch stets vorsichtig und behutsam mit Bibelzitaten umgehen. Sie stehen immer in einem Kontext.
          Sie sind auch nicht dazu da, glaub ich, wie oft wurde das getan im Laufe der Geschichte!, um dies oder jenes anzugreifen, zu verurteilen, gar Menschen dadurch auszuschließen und zu verletzen und zurechtzuweisen.

          Und: Was SEIN Wille ist, das haben wir wohl immer wieder neu zu entdecken, diese Suche müssen wir täglich auf uns nehmen, wer kann darüber urteilen?
          Vielleicht heißt Selbstverleugnung daher womöglich, dass wir unseren Herzen und Sinnen stets Weite und Tiefe ermöglichen sollen, denn die Vielfalt der Schöpfung Gottes können wir nicht überblicken und vollends erkennen. Wir sollten ja nie nur bei uns selbst stehenbleiben. Daher ist Glaube wohl immer ein Wachsen, nicht im Sinne von wirtschaftlich-quantitativem Wachstum, sondern ein Wachsen in die Fülle hinein.

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  • Jasmin sagt:

    Ob die Sexuallehre noch zeitgemäß sei?
    Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. (Hebräer 13,8)
    Jesus hat sich auch nicht dem Zeitgeist angepasst.
    Mehr ist dazu nicht zu sagen.

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    • Eva sagt:

      Jesus hat sich nicht dem Geist seiner Zeit angepasst, weil er kam, um die Menschen wachzurütteln. Um sie daran zu erinnern, ihren Glauben nach außen zu tragen und Gut zueinander zu sein. Sich gegenseitig zu helfen und zu respektieren. Dazu gehört auch der Respekt der Sexualität anderer Menschen, was unsere Kirche zu Wünschen überlässt.
      Jesus ist der selbe, gestern, heute und im Ewigkeit. Mit ihm dürfen wir uns trauen, neue Wege zu gehen.

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  • Kathrin M sagt:

    Liebe Sophie,

    ich gebe dir vollkommen recht.
    Ich denke z.B. auch daran wie sehr vor allem und in erster Linie Frauen verachtet, tief verwundet und verletzt wurden, falls sie ungewollt schwanger wurden (wie wenig wurde ja auch aufgeklärt!). Das kam einer Erniedrigung gleich, die kaum beschreibbar ist. Und das ist noch nicht so lange her, einige wenige Jahrzehnte, wo das Frauen mitten unter uns erlebt haben.
    Weiters, dass Eheleute von Priestern beobachtet wurden und wenn kein Kind unterwegs war, dass da ständig nachgefragt wurde, was denn los sei.
    Was mit unehelichen Kindern passierte… da sind mir auch wahre Begebenheiten bekannt, die zutiefst erschütternd sind (Generation meiner Großeltern).
    Weiters wie sehr Frauen gar keine Wahl hatten, geschweige denn sich bewusst für Kinderlosigkeit hätten entscheiden können.
    Verhütungsmittel sind ja heute noch vielfach nicht akzeptiert!

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    • Conny sagt:

      sehr schön geschrieben! Geniales Statement!

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    • Kathrin M sagt:

      Ich möchte noch dazu ergänzen:
      Es sind die unmittelbar nahen Generationen vor uns, die erfahren haben wie kirchliche Amtsträger und institutionelle Kräfte bis hinein ins intimste Privatleben, Eheleben, Familienleben etwas „mitzusagen“ hatten. Es war definitiv so! Frauen, Männer, Kinder haben sehr darunter gelitten und diesen Machtmissbrauch müssen wir auch aufarbeiten und ansehen. Ja, auch diesen. Auch wenn wir das heute nicht mehr so erfahren, Gottseidank, so tragen wir jene Verletzungen, die vielen Menschen der Generation unserer Eltern und Großeltern etwa, zugefügt wurden, eben weiter mit.
      Es ist ja nicht so, dass das alles weggewischt werden kann. Nicht aus unseren Gedanken und nicht aus unseren Herzen.

      Das soll keine unbarmherzige Anklage an alles Frühere sein und auch keine pauschale Verurteilung der Institution Kirche. Nein.
      Aufarbeitung ist dann richtig, wenn sie ganz klar differenziert, wenn sie genau hinschaut, wenn sie prüft und überprüft. Wenn sie eben NICHT pauschalisiert, NICHT alles über einen Kamm schert.

      Verziehen kann nur das werden, was, finde ich, zumindest ausgesprochen wird, ins Tageslicht gerückt wird. Vieles betrifft Personen, die bereits verstorben sind. Vieles kann nicht mehr geklärt und aufgeklärt werden.
      Aber viele der Menschen, die solche Wunden tragen, leben noch! Viele von ihnen haben sich abgewandt von der Kirche. Nicht von Jesus Christus. Es sind aber auch viele geblieben in der Kirche. Mit diesem Schmerz allerdings.

      Als Kirche Christi wissen wir um das Gnadengeschenk der Vergebung. Es ist zu erbitten und das geht wohl nur in einer Haltung, die sich bewusst macht: dies ist wirklich geschehen. Ohne Wenn und Aber muss das auch gesagt werden.

      Warum gibt es eigentlich nie oder kaum Bußfeiern etwa, die einmal ganz konkret und ganz offen auch diese institutionellen Versagen der Kirche, die eben NICHT lange zurückliegen, zum Thema haben? Nicht nebenbei nur und mit einer einzigen Fürbitte oder Ähnlichem, sondern zentral diese Thematik aufgreifen? Warum tun wir das nicht regelmäßig und in all unseren Pfarreien? Gehört das vielleicht nicht zur Aufarbeitung dazu? Wäre das nicht auch wichtig und richtig und ein Schritt auf diesem Weg? Das würde doch zeugen von Aufrichtigkeit. Von Einsicht. Das wäre z.B. ein glaubwürdiges Zeichen dafür, dass diese Thematik nicht einfach als bloß vergangen und bereits überwunden angesehen wird, denn das ist sie nicht.

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  • Sophie sagt:

    Ehe als Voraussetzung für Sex?! Ich glaube das war noch nie zeitgemäß! Ich denke das Maß dafür ob zwei Menschen (egal welchen Geschlechts) miteinander schlafen, sollten LIEBE, WERTSCHÄTZUNG und RESPEKT füreinander und nicht die Ehe sein!
    War es etwa damals, als es noch Zwangsheiraten auch im Christentum gab, etwa ok, dass die Eheleute Sex haben, ohne sich zu kennen und zu lieben? Ich denke nicht!
    Außerdem finde ich es wichtig, dass sich ein Paar vor der Hochzeit auch auf diese Art und Weise kennen lernt, es ist der ultimative Beweis von Vertrauen und Zuneigung.
    Egal ob Selbstbefriedigung, verhüteter Sex oder Sex vor der Ehe… wenn man sich dabei gut fühlt, seinen Körper und seine Bedürfnisse kennenlernt und es auf Liebe beruht, kann es nicht falsch sein.

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    • Kathi sagt:

      Ich kann dir da nur zustimmen!
      Kein Sex vor der Ehe steht für den Großteil der Jugend heutzutage nicht wirklich zur Debatte. Sexualität wird im Hier und Jetzt anders betrachtet, anders bewertet und anders gelebt als früher. Die kirchlichen Vorschriften zu diesem Thema sind nicht mehr zeitgemäß; Sexualität ist einfach mehr als nur Fortpflanzung und auch mehr als nur dieses Bild von zwei Körpern, die sich berühren.
      Es braucht immer noch viel Aufklärung und eine Auseinandersetzung mit diesen Themen, damit Jugendliche ihren Körper wirklich kennenlernen können, sich trauen über Tabuthemen zu sprechen und Wissen vermittelt werden kann. Sexualität braucht Normalisierung. Und das auch vonseiten der Kirche. Die Kirche steckt mit ihren Vorschriften in einer Zeit fest, die nicht mehr HEUTE ist und sie ist für mich nicht authentisch, wenn sie sich an ihre alten Vorschriften fesklammert, wenn diese im Alltag sehr häufig keine Rolle mehr spielen. Die Entscheidung für oder gegen Sex sollte kein Zwang sein, sondern freiwiliig getroffen werden.

      Ich bin überzeugt, dass gute Christ*innen nicht daran fest gemacht werden können, ob Sex vor der Ehe stattgefunden hat oder nicht, masturbiert oder eine Verhütungmethode angewand wird.
      Die Kirche maßt sich meiner Meinung nach hier eine Bewertung an, die ihr nicht zusteht. Ich denke, dass Sexualität etwas tief Persönliches ist und beispielsweise jede*r für sich selbst entscheiden muss, wann er*sie bereit für Sex ist und mit wem – frei von Bewertung.
      Das Wichtigste für mich ist hier, dass sich beide wohlfühlen.

      Masturbation ist für mich auch ein Zeichen von Liebe; Liebe zum eigenen Körper, zum eigenen Selbst und weit entfert von einem „Verstoß der Liebe“!
      Das Wichtigste hier ist für mich, dass ICH mich wohlfühle; zuhause in mir selbst.
      Wäre Masturbation etwas Schlechtes, hätte Gott die Anatomie des Menschen sicher anders geschaffen! 😀

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      • Eva sagt:

        Ich stimme dir zu, dass die Sexualität von Glaubenden außerhalb des Einflusses der Kirche stehen sollte. Sex sollte niemals ein Kontrollmittel sein, weder in einer Beziehung zwischen Partnern, noch von oben herab auf eine Glaubensgemeinschaft. Keine Verhütung, keine Abtreibung, keine Möglichkeit selbst zu entscheiden, ob man ein Kind in die Welt bringen möchte oder nicht. Das ist kein Zeichen für die Liebe an die Menschheit, sondern ein Zwang.
        Wir und die folgenden Generationen müssen uns sowieso immer mehr Gedanken darüber machen, ob wir Kinder haben. Klimawandel und Überbevölkerung sprechen nicht umbedingt dafür, 15 Kinder in die Welt zu setzen, die auf ihr kein schönes Leben haben könnten.
        My body, my choice.

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        • Karin sagt:

          Kinder sind uns Geschenkt von Gott und die Zukunft unserer Erde. Unser Leben ist ein Geschenk und wir dürfen uns darüber freuen und Dankbar sein. Denn das Leben beginnt aber endet nicht. Die Katholische Kirche glaubt an das Ewige Leben! Wie schade wäre es, wenn diese vermeindich 15 Kinder nie begonnen hätten zu leben und wie schade wäre es wenn wir selbst nicht leben würden…
          Glauben wir an Gott, so bekommen wir wahre Hoffnung für unsere Zukunft, auch die der Erde 🙂

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