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Ist Kirche bunt?

Ist Kirche bunt? Haben wirklich alle Platz?

By 14. März 2022Mai 12th, 202258 Kommentare

Hosch a Meinung?

Jesus sagte: „Wer zu mir kommt, den werde ich nicht abweisen“ (Joh 6,37b).  Er lädt also alle ein, zu ihm zu kommen und bei ihm zu sein – auch und gerade in der Kirche. Haben in der Kirche aber wirklich alle Platz? Sind wir erwünscht, so wie wir sind? Was ist mit Kindern, die laut sind, mit homosexuellen Paaren, die sich lieben, Menschen, die einen anderen Glauben leben und Personen, die eine Beeinträchtigung haben?

Plakat zum Download

Weiterlesen zum Thema "Homosexualität - Ist das keine Liebe?"

Das sagt das katholische Lehramt:

„Die Kirche glaubt, dass Mann und Frau in der Schöpfungsordnung auf Ergänzungsbedürftigkeit und wechselseitige Beziehung hin angelegt sind, damit Kindern das Leben geschenkt werden kann. Deshalb können homosexuelle Praktiken von der Kirche nicht gutgeheißen werden.“ (Jugendkatechismus „Youcat“ (2011) Nr. 65)

„Eine nicht geringe Anzahl von Männern und Frauen haben tiefsitzende homosexuelle Tendenzen. Diese Neigung, die objektiv ungeordnet ist, stellt für die meisten von ihnen eine Prüfung dar. Ihnen ist mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen. Man hüte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurückzusetzen.“
(Katechismus der katholischen Kirche (1997) Nr. 2358)

„Homosexuelle Menschen sind zur Keuschheit gerufen. Durch die Tugenden der Selbstbeherrschung, die zur inneren Freiheit erziehen, können und sollen sie sich – vielleicht auch mit Hilfe einer selbstlosen Freundschaft -‚ durch das Gebet und die sakramentale Gnade Schritt um Schritt, aber entschieden der christlichen Vollkommenheit annähern.“ (Katechismus der katholischen Kirche (1997) Nr. 2359)

Die katholische Kirche verurteilt nicht die Menschen an sich, sondern die homosexuellen Handlungen. Die Kirche geht davon aus, dass Mann und Frau aufgrund der unterschiedlichen Geschlechtsorgane füreinander bestimmt sind und der Natur des Menschen entsprechen. Da durch gleichgeschlechtliche Liebe keine Nachkommen gezeugt werden können, seien diese Beziehungen nicht in Ordnung, so die Argumentation.


Das sagt die Bibel:

Du darfst nicht mit einem Mann schlafen, wie man mit einer Frau schläft; das wäre ein Gräuel. (Lev 18,22)

Schläft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schläft, dann haben sie eine Gräueltat begangen; beide haben den Tod verdient; ihr Blut kommt auf sie selbst. (Lev 20,13)

Frauen vertauschten den natürlichen Verkehr mit dem widernatürlichen; ebenso gaben auch die Männer den natürlichen Verkehr mit der Frau auf und entbrannten in Begierde zueinander; Männer treiben mit Männern Unzucht und erhalten den ihnen gebührenden Lohn für ihre Verirrung. (Röm 1,26–27)

Die Bibel ist ein subjektives Glaubenszeugnis von Menschen in einer bestimmten Zeit. Menschen haben ihre Vorstellungen und ihre Erfahrungen mit der Gesellschaft und mit Gott aufgeschrieben. Sie ist kein Protokoll, kein wissenschaftliches Lexikon, sondern ein Glaubensbuch. Die Autoren biblischer Erzählungen kannten keine wissenschaftlichen Erkenntnisse von heute, z. B. wird niemand daran zweifeln, dass die Welt nicht wie in der Schöpfungsgeschichte in sieben Tagen entstanden ist, sondern im Laufe von Milliarden von Jahren.

Die Vorstellung von Gesellschaft und die Vorstellung von Sexualität hat sich im Laufe der Zeit verändert. Weder die Antike noch die Bibel kennt unser heutiges Verständnis von sexueller Orientierung und gleichgeschlechtlicher Liebe. Eine auf Dauer angelegte Liebesgemeinschaft zwischen zwei Männern oder zwei Frauen war in dieser Zeit undenkbar, weil die Sexualität in der Antike die Gesellschaftsordnung wiederspiegeln musste, in der der Mann die aktive, starke Rolle und die Frau die passive, schwache Rolle einnahm.

So wenig die Schöpfungsgeschichte heute als naturwissenschaftliche Abhandlung verstanden werden kann, so wenig kann die Bibel als Maßstab für die Bewertung von gleichgeschlechtlicher Liebe verwendet werden. Sexualität wird heute nicht nur mehr eingeschränkt auf die Fortpflanzung gesehen.


Das sagt der Papst:

„Wenn einer Gay ist und den Herrn sucht und guten Willen hat – wer bin dann ich, ihn zu verurteilen?“ (Papst Franziskus, Rückflug vom Weltjugendtag in Rio 2013)

„Gott hat dich so geschaffen. Gott liebt dich so. Der Papst liebt dich so, und du solltest dich selbst lieben und dir keine Gedanken machen, was die Leute darüber sagen.“ (Papst Franziskus zu Juan Carlos Cruz – homosexuell und Missbrauchsbetroffener, 2018)

Noch nie hat sich ein Papst so offen zum Thema „Homosexualität“ geäußert wie Papst Franziskus. Franziskus zeigt und äußert sich wertschätzend.


Können homosexuelle Paare in der katholischen Kirche gesegnet werden?

„Es ist nicht erlaubt, Beziehungen oder selbst stabilen Partnerschaften einen Segen zu erteilen, die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe (das heißt außerhalb einer unauflöslichen Verbindung eines Mannes und einer Frau, die an sich für die Lebensweitergabe offen ist) einschließen, wie dies bei Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts der Fall ist.“ (Responsum ad dubium der Kongregation für die Glaubenslehre, 15.03.2021)

 Ein Bischof stellte dem Vatikan die Frage, ob die Kirche homosexuelle Beziehungen segnen kann. Die Glaubenskongregation (vatikanische Behörde) lehnte diese Anfrage ab.

Zwar können homosexuelle Einzelpersonen gesegnet werden, nicht jedoch homosexuelle Partnerschaften, weil diese nicht dem Plan Gottes entsprechen würden.

Zum Weiterdenken:
Segnen kommt vom lateinischen Wort „benedicere“, und bedeutet „Gutes sagen“. Die Kirche sagt einer bestimmten Sache oder Person Gutes zu und stellt es/sie unter den Schutz Gottes.

In der katholischen Kirche kann fast alles gesegnet werden: Lebensmittel, Autos, Motorräder, Rosenkränze, Weihwasser, Haus- und sogar Kuscheltiere.
Wenn die Kirche sogar Gegenstände wie Autos segnet, sollte die Frage erlaubt sein, warum sie sich davor verschließt, zwei Menschen Gutes zuzusprechen, die einander aufrichtig lieben?! Vor allem dann, wenn zwei Menschen ihren Glauben an Gott gemeinsam leben und Gottes Beistand für ihre Partnerschaft erbitten möchten.

Nach der Verlautbarung der Glaubenskongregation im März 2021 haben sich über 2.600 Priester, Referentinnen und Referenten der Gemeinden, Pastoralassistenten und Pastoralassistenten und Diakone an der Unterschriftenaktion „#mehrSegen“ beteiligt, welche aufruft, homosexuelle Paare weiterhin zu segnen.

Am 24. Januar 2022 gab es das bisher größte Outing in der katholischen Kirche: 125 Menschen outeten sich in der TV-Dokumentation „Wie Gott sie schuf“ in der ARD. Die Initiative #OutInChurch fordert eine Kirche, in der LGBTIQ+-Personen ohne Angst offen leben und arbeiten können und sie einen diskriminierungsfreien Zugang zu allen Handlungs- und Berufsfeldern der Kirche erhalten. Ein offenes Leben in einer Partnerschaft darf niemals als Kündigungsgrund gewertet werden. Weiters darf die Kirche LGBTIQ+-Paaren den Segen Gottes und den Zugang zu den Sakramenten nicht vorenthalten. Viele katholische Verbände (darunter auch einige in Südtirol) haben dazu ihre Solidarität bekundet. Auch Diözesen haben sich positiv dazu geäußert und unterstützen die Initiative #OutInChurch; die ersten waren die Bischöfe von Hamburg, Dresden-Meißen und Aachen.

„Die sexuelle Orientierung ist eine Gabe Gottes. Sie ist nicht zu hinterfragen. Also muss es möglich sein, dass homosexuelle Menschen eine Paarbeziehung führen können in Liebe und Treue.“ (Bischof Helmut Dieser, Bistum Aachen, 24.01.2022)

Die Initiative #OutInChurch hat der Deutschen Bischofskonferenz am Mittwoch, 09.03.2022 eine Petition mit mehr als 117.000 Unterschriften übergeben, in der die vollumfängliche Akzeptanz queerer Menschen in der katholischen Kirche gefordert wird. (Quelle: https://www.queer.de/bild-des-tages.php?einzel=3712)


Das sagt die Wissenschaft:

Unter sexueller Orientierung versteht man, zu welchem Geschlecht sich jemand mit seinen Gefühlen und Begehren sexuell hingezogen fühlt. Zu den sexuellen Grundorientierungen zählen die Heterosexualität, Homosexualität und Bisexualität sowie die Pansexualität und Asexualität.

Homosexuelles Verhalten war lange Zeit strafbar. Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde „Homosexualität“ als Krankheit deklariert. Somit wurde von einer Bestrafung von Homosexuellen abgesehen. Erst im Jahr 1992 wurde Homosexualität von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus der internationalen Klassifikation der Krankheiten gestrichen.

Die sexuelle Orientierung ist nicht wählbar und nicht willentlich veränderbar ist. Da Homosexualität keine Krankheit ist, kann sie auch nicht therapiert werden. Diese sog. „Konversionstherapien“ wurden 2018 vom Vatikan und 2020 von Deutschland verboten. In Italien gibt es kein Verbot dazu.

Homosexualität gibt es auch bei Tieren: Bei über 1.500 Tierarten wurde ein gleichgeschlechtliches Sexualverhalten festgestellt.


Das sagt der Staat:

Italien war das letzte westeuropäische EU-Land, in dem homosexuelle Partnerschaften noch keine rechtliche Grundlage hatten. Seit Mai 2016 ist es möglich, eine gesetzliche Anerkennung durch eine eingetragene Lebenspartnerschaft zu bekommen. Die Lebenspartnerschaft beinhaltet: Gütergemeinschaft, Hinterbliebenenrente, Recht auf Doppelname, Familienversicherung, Krankenversicherung, Unterhaltsrecht, Heiratsurlaub, Familienzusammenführung und einige weitere Rechte, allerdings kein Adoptionsrecht.

In Deutschland gab es die eingetragene Lebenspartnerschaft von 2001 bis 2017. Seit 2017 ist eine gleichgeschlechtliche Ehe (Ehe für alle) möglich, welche alle Rechte und Pflichten einer Zivilehe mit sich bringt. In Österreich gibt es die Ehe für alle seit 2019, in der Schweiz wird sie ab Juli 2022 möglich sein.


Zum Weiterlesen:

Südtirols Katholische Jugend hat mit Johanna Brunner, Amtsleiterin des diözesanen Amtes für Ehe und Familie über das  Thema „Regenbogenpastoral gesprochen. Das Interview könnt ihr hier nachlesen: Klartext_14_03_22


Quellen:
Orientierungshilfe für Gespräche über Homosexualität, Forum Beziehung, Ehe und Familie der Kath. Aktion Oberösterreich, Diözesane Arbeitsgruppe Homosexuellenpastoral.
„Liebt einander!“Argumentationshilfe zum Umgang mit der kirchlichen Sexuallehre, BDKJ Diözesanverband Aachen.
Der Synodale Weg, Handlungstext „Lehramtliche Neubewertung von Homosexualität“.
Homosexualität in Italien: https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexualiät_in_Italien
Homosexualität bei Tieren: https://de.wikipedia.org/wiki/Homosexuelles_Verhalten_bei_Tieren

Weitere Plakate zum Thema "Ist Kirche bunt?" (erscheinen 15., 16., 17. und 18.)

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58 Kommentare

  • Kathi sagt:

    Liebe Linda,

    ich glaube man muss hier zwei Dinge unterscheiden: Die Werteebene und die Normebene.
    Auf die Werteebene kann die Kirche beispielsweise den Wert Liebe stellen.
    Wie dieser Wert der Liebe allerdings ins eigene Leben umgesetzt werden soll und KANN (ich schreibe bewusst „kann“, weil sich Menschen zum Beispiel ihre sexuelle Orientierung, ihr Geschlecht,… nicht aussuchen) ist jedem*r selbst überlassen.
    Diese Freiheit ist enorm wichtig, damit die Werte, z.B. Liebe nicht verloren gehen…
    Stell dir vor Mann und Frau heiraten, weil sie müssen. Von Liebe fehlt da jede Spur. Heiraten allerdings zwei Männer oder zwei Frauen aus Liebe, sollte dieser Wert dahinter (nämlich LIEBE!) einen größeren Stellenwert haben, als das Geschlecht und die sexuelle Orientierung der Personen, die vorne am Altar stehen!
    Die Werte halten die Personen ja ein, leben sie! Allerdings nicht nach den Normen der Kirche. Was ist aber wichtiger: Wert oder Norm?

    Deine Beispiele richten sich auf Verhaltensweisen der Personen; allerdings ist Homosexualität nicht bloß eine Verhaltensweise. Sexualität ist Teil des eigenen Selbst, des Menschen, der Identität.

    Wir sollten junge Menschen darin unterstützen zu ihrer Sexualität zu finden und sie nicht dafür beurteilen bzw. verurteilen! Wer hat dazu überhaupt ein Recht? Wieso hebt sich die Kirche da über die Menschenrechte?

    Ich bekomme das Leid von so vielen Jugendlichen mit, die nicht so angenommen werden wie sie sind – nur weil sie lieben, und zwar auf einer Art, die nicht einer „Norm“ entspricht! Normen sind nicht in Stein gemeiselt, sondern stets ein Aushandlungsprozess und abhängig von vielerlei Faktoren.
    Ich frage mich: Weshalb verursacht die Kirche NACH WIE VOR so großes Leid unter den Menschen, kämpft aber gleichzeitig für Liebe und Gerechtigkeit? Ist für mich paradox.
    Das ist für mich eine Kirche, die eben nicht Platz hat für alle, bzw. nicht Platz machen WILL für alle.

    Ich finde es so schade, dass sich die Kirche nur auf die Normebene fokussiert und glaubt, über andere richten zu können. Vergisst sie dabei doch glatt den Wert selbst zu leben, den sie vorgibt: LIEBE.
    Ohne wenn und aber.

    3
    • Kathrin M sagt:

      Liebe Kathi,
      du sprichst sehr viel Wichtiges an. Danke.

      Freilich wünschen wir uns vor allem von der christlichen Kirche, die stehen soll für das Evangelium Christi, die handeln und denken und entscheiden soll in der Nachfolge und im Geiste Jesu Christi , dass sie kompromisslos ist in der Liebe, in der Gewaltlosigkeit, im Frieden.
      Dass wir ALLE immer dahinter zurückbleiben wissen wir.
      Dass wir uns dennoch unermüdlich darum bemühen müssen, auch.

      Ich denke, dass das alles ziemlich komplex ist und dass Kirche ja immer und stets eingebettet ist in dem gesamten gesellschaftlichen Entwicklungen, die weltweit auch oft ganz unterschiedlich sind.
      In Rom, wenn es mal so bildlich sagen möchte, zentrieren sich all diese verschiedenen Sichtweisen, Anliegen, Unzulänglichkeiten, Schwächen, Stärken… von WELTKIRCHE UND MENSCHHEIT.

      Denken wir es mal einige Dimensionen kleiner: in Bozen geschieht vielleicht Ähnliches. Das ist und bleibt komplex und es ist eine große Herausforderung einer Vielfalt an Haltungen gerecht zu werden. Das sehen wir in allen anderen Teilbereichen des Lebens ebenso.

      Diese Komplexität bewirkt manchmal, wie ich finde, eine große Schwerfälligkeit, die uns unerträglich erscheint.
      Wir sehen es übrigens grade auch wie komplex unser Leben und Entscheiden ist im Angesicht einer Pandemie oder jetzt im Angesicht von Krieg.

      Das betrifft definitiv die Normebene.

      Die Werteebene: ja, wir wünschen uns wohl fast einstimmig den Frieden, die Liebe, die Einheit… beginnen wir das dann herunterzubrechen langsam in das Konkret zu Tuende, zu Entscheidende usw. fängt die große Komplexität sofort und erbarmungslos an. Und das macht die großen Schwierigkeiten.

      Du hast das Thema sexuelle Orientierung der Jugendlichen angesprochen, die unter dieser oder jener Problematik leiden. Ja. Es zeigt so gut auf, dass ja nicht nur die Akzeptanz vielfach innerhalb der Kirche und ihrer Normen fehlt, sondern auch außerhalb bzw. generell. Ganz generell!
      Oft glaube ich, dass der Kontrast zu groß gemacht wird: Kirche sagt nein, die Welt sagt ja.
      Auch das stimmt so nicht. Auch das ist weit komplexer.
      Wenn wir es von den gesetzlichen Normen her betrachten usw. könnten wir den Kontrast vielleicht so machen für manche Bereiche des Lebens, aber die Realität ist mehr und tiefer und weiter.
      Und es gibt in diesem gelebten Leben sehr oft ein Ja und Zuwendung und Hinwendung und Liebe, trotz des womöglich vorgeschriebenen Neins.
      Auch in der Kirche.

      Das Thema ist groß und ich kann auch nicht so leicht ein Fazit ziehen.

      Wenn wir auf Jesus Christus blicken, so scheint mir, hat gerade seine Bilsprache, haben sein Berühren und Heilen, hat auch sein Leidensweg so eine Weite und Tiefe und Offenheit, die uns vielleicht, vielleicht, ich weiß es ja auch nicht genau, darin stärken mögen, dass wir uns selbst nie als den Nabel der Welt betrachten, sondern uns die Haltung von Hörenden und Verzeihenden angewöhnen und die, die sich an der Hand nehmen und weitergehen.

      Es ist schwer jemandem die Hand zu geben, der oder die verletzt, gar wenn man selbst die verletzte Person womöglich ist.
      Ich kann sehr gut verstehen, dass Viele sagen sie können ihre Hand der Kirche Christi nicht mehr reichen oder annehmen. Kann ich gut verstehen.

      Dann sind aber wir gefragt, die es können. Dass wir Brücken schlagen und Begegnungen ermöglichen, Versöhnungen – MITTEN IN DER GROSSEN KOMPLEXITÄT und der großen Unzulänglichkeit von uns allen.
      Das ist die Aufgabe. Die, die bleibt und nie wohl an ein Ende kommt. Zumindest nicht hier in diesem Irdischen.

      Aber vielleicht sind diese schwierigen Wege selbst der Grund, auf dem wir wachsen und reifen. Womöglich. Vielleicht.

      0
  • Linda sagt:

    Ich bin mir sicher das Gott uns alle liebt. er hat uns erschaffen und es ist gut so. Und in der Kirche haben auch alle Platz.
    Meiner Meinung nach ist jeder von uns von Gott geliebt, aber unser Verhalten ist oft nicht das was Gott von uns will. Das ändert nichts daran an der Liebe Gottes.

    Wenn wir zur katholischen Kirche gehören wollen sollten wir uns auch an deren Gebote halten und versuchen uns so verhalten wie es Gott auch gesagt hat, wir können jetzt nicht einfach unseren Willen durchsetzen.
    Wir können auch nicht zu einem Verein beitreten und dann alles umkrempeln wollen. Zum Beispiel: Ich trete beim Schachverein bei, und da mir die Regeln des Schachs nicht passen. Ändere ich sie einfach wie es mir gefällt. Weil es für mich so verständlicher ist.
    Genau so ist es mit Kindern, in der Schule kann ich auch nicht laut herumbrüllen. Und es einfach so entschuldigen: weil ich so bin.

    Wenn ich zur Kirche gehören will, sollte ich deren Anweisungen auch folgen und die Regeln auch einhalten. Wo Menschen zusammenkommen müssen gewisse Verhaltensanweisungen sein, ansonsten macht jeder was er will und es zerstört die Gemeinschaft.
    Da brauche ich ja keine Kirche um zu machen was ich will.

    Die Kirche ist eine große Gemeinschaft die auf Gott gebaut ist und deshalb auch Gottes Anweisungen folgen soll.

    God bless all of you

    14
  • Elisa sagt:

    Meiner Meinung nach muss man hier zwei Sachen unterscheiden: die Liebe zwischen einem gleichgeschlechtlichen Paar und die Segnung dieser Liebe….die Kirche nimmt keine (!) homophobe Stellung ein, NEIN, die Kirche, als Braut Jesu Christi liebt die Menschen, sie liebt jeden von uns, wie auch Jesus uns liebt!
    Aber die Segnung ist etwas anderes… Gott hat auch im ersten Buch der Bibel die Heirat zwischen einem Mann und einer Frau gesegnet….warum sollten wir das jetzt ändern wollen? Wenn doch die Hochzeit/ die Segnung von Paaren ein Ziel hat…dem Partner/der Partnerin die eigene Fruchtbarkeit zu schenken. ->“…, als Mann und Frau schuf er sie. Gott segnete sie und sprach zu ihnen: >Seid fruchtbar und vermehrt euch…<"
    Wenn also schon Gott im Buch Genesis zu Adam und Eva gesprochen hat, dass er nur eine Heirat zwischen einem Mann und einer Frau segnet…warum sollten wir das jetzt ändern? Brauchen wir nicht als Jugendliche wenigstens jemand, der uns einen gewissen Halt schenkt? (die Bibel als Wort Gottes und die Kirche mit ihren Lehren, zur Umsetzung)

    9
    • Kathrin M sagt:

      Vielleicht dürfen wir auch einmal darauf schauen was Gott nicht tut. D.h. er segnet hier die Verbindung von Mann und Frau, freilich steht die Genesiserzählung hier auch ganz dem Inhalt nach für das Werden und Entstehen und für die Weiterentwicklung menschlichen Lebens – und dafür braucht es rein biologisch gesehen Mann und Frau.
      Aber verurteilt er oder verweigert er den Segen für Verbindungen anderer Art?

      Ich glaube und hoffe, dass wir auch das enge Verständnis von Ehe überwunden haben, die in erster Linie dazu da sei neues menschliches Leben hervorzubringen. Fruchtbarkeit ist ein Geschenk Gottes. Aber ist die Unfruchtbarkeit von Männern und Frauen weniger Geschenk? Ist Kinderlosigkeit, unfreiwillig oder freiwillig eine Strafe? Menschliches Leben ist Geschenk Gottes -in seiner Vielfalt, nicht nur in seiner Schönheit, auch in seiner Herausforderung.
      Wie können wir sagen, dass ALLE Geschöpfe Gottes gesegnet sind von ihm, dass es aber nicht alle Verbindungen sind, die in Liebe und Zuneigung und verantwortet gelebt werden von diesen Menschen? Das widerspricht sich.

      Wir Menschen sind es, die ausschließen, die klassifizieren, die sortieren.
      Was, wenn Gott uns alle beschenkt?
      Was, wenn er uns alle will auch in unseren Verbindungen in Liebe?
      Was, wenn Gott ein Gott ist, der jegliche *Idealvorstellungen* durchbricht und uns mit der Fülle an menschlichem Leben zeigen möchte wie reichlich er uns beschenkt und wie sehr er uns annimmt und ernst nimmt mit allem was und wer wir sind?

      6
  • Tanja, Pia und Lisa sagt:

    Wieso urteilt man über Liebe?
    Liebe ist etwas Schönes und es sollte keinen belasten zwischen welchem Geschlecht dies stattfindet.
    Liebe hat kein Geschlecht. Man wird als Mensch geboren und trägt Liebe in sich, unabhängig vom Geschlecht. Die Sexualität wurde von den Menschen geprägt, denn Gott sagte, dass er jeden so liebt wie er ist. – Wieso sollte Gott Liebe verurteilen?
    Leben und Leben lassen ist ein guter Punkt, an dem man einhaken kann, denn jeder und jede soll mit seinem Leben das anfangen, was man für richtig hält. Unabhängig davon, was die Gesellschaft vorgibt und dazu zu sagen hat.
    Sexualität kann man sich nicht aussuchen und ist auch nicht vererbbar. Man wird so geboren wie man ist und deshalb sollte das auch von der Gesellschaft akzeptiert werden.

    7
  • Stefan sagt:

    Wenn ich den Slogan „Ist das keine Liebe“ auf dem Plakat sehe, wirkt er auf mich irgendwie grotesk…
    Ich soll als Leser beurteilen ob etwas Liebe ist oder nicht… Ich denke das steht mir eigentlich gar nicht zu…

    Liebe ist das wunderbare Gefühl, jemanden unglaublich gern zu haben. Die Liebe ist wohl die stärkste und schönste Kraft, die es im Leben gibt.

    Manchmal sagt man, jede und jeder soll tun was er oder sie mag, aber öffentlich muss das nicht gemacht werden. Ich denke das ist im Falle der Liebe anders: Wovon das Herz voll ist, geht der Mund über. Deshalb sollte die Liebe auch offen ausgedrückt werden dürfen. Ich wünsche mir, dass es irgendwann normal ist, dass homosexuelle Paare in Südtirol öffentlich händchenhalten und durch das Dorf gehen. Denn es ist doch schön zu sehen, wenn sich Menschen gern haben!

    Ich glaube, dieses Thema der queeren Liebe nicht nur ein Thema für die Kirche, sondern für die gesamte Gesellschaft.
    Danke dass die Jugend und Jungschar dieses Thema sichtbar macht. 😍

    3
  • Martin sagt:

    Ich glaube diese Themen interessieren die meisten Jugendliche ohnehin nicht. Sie sind nicht in der Kirche anzutreffen, haben jedoch ihren eigenen Glauben. Was interessiert sie, das ganze Personaldebakel um Frauenpriestertum oder Zölibat! Und die ganze Regenbogen-Schwulen-Propaganda! Jugendliche haben oft auch existenzielle Probleme: Schule, Beruf, Corona-Krise, Beziehungen usw. Von der Kirche erwarten sie ein gutes stärkendes Wort, Taten u. Hilfe z.B. bei der Sinn-Suche; in ihrem Mann- u. Frau-Sein u. Identität. Sie suchen einen barmherzigen gnädigen Gott. Wichtig wäre Verkündigung: das Evangelium – die frohe Botschaft Jesu Christi – sie macht alles Neu. Jugendliche würden mehr Qualität f. ihr Leben finden.

    6
    • Lena sagt:

      Die Verkündigung kann eine noch so frohe Botschaft sein, wenn homosexuelle Jugendliche mitgeteilt bekommen, dass sie in den Augen der Kirche nicht einmal genug Wert haben um gesegnet zu werden, dann hilft ihnen die Verkündigung wirklich nicht mehr. Bevor wir daran denken, den Jugendlichen heutzutage die frohe Botschaft wieder näherzubringen, sollten wir uns daran setzen diesen Jugendlichen zu vermitteln, dass sie in der Kirche willkommen sind, egal wen sie lieben.

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      • Klaus sagt:

        Klingt schön und nett was du sagst. Du vergisst aber jene Jugendlichen, die über ihre Homosexualität nicht glücklich sind. Einfach zu sagen: dann such dir eben einen Mann oder eine Frau, ist nicht richtig. Das ist sowieso eine pers. Entscheidung. Diese Gruppe fühlt sich von der Kirche angenommen. Sie werden auch unterstützt. Nur gibt es wenige Fürsprecher. Meistens bieten die LGBTQs in der Kirche nur Hilfe (Akzeptanz, Segen usw.) für „queer People“ an. Deshalb Tolleranz! – aber bitte wenn schon für alle.

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        • Lena sagt:

          Wenn Jugendliche nicht glücklich über ihre Homosexualität sind, dann wurden sie von homophoben Menschen erzogen. Liebe ist Liebe, egal zu welchem Geschlecht man sie verspürt. Wenn Kinder von klein auf so engstirnig erzogen werden und von den eigenen Eltern vermittelt bekommen, dass Homosexualität inakzeptabel ist, dann -und nur dann- werden sie später unglücklich mit ihrer Sexualität sein.

          4
    • Magdalena sagt:

      Natürlich interessiert junge Menschen dieses Thema! Sonst gäbe es diese Aktion doch gar nicht. Und nicht nur in ihrem persönlichen Leben, sondern auch in der Kirche, denn sonst GÄBE ES DIESE AKTION NICHT. Ich bin ganz ihrer Meinung, dass Kinder und Jugendliche Halt suchen, stärkende Worte, taten und Hilfe, aber wenn man Menschen urteilt, ohne sie zu kennen und sie sogar aus der Gemeinschaft ausschließt. Dann finden sie keine Hilfe sondern Ablehnung.

      3
  • Kathrin M sagt:

    Liebe Jugendliche,

    die Diskussionsabende macht ihr wirklich sehr gut und ich kann und möchte euch auch hier noch einmal ein großes Vergelt’s Gott sagen für euer Engagement, für euer Denken und Diskutieren, für eure Sichtbarkeit und eure Stimmen!
    Wie viel ihr uns damit schenkt kann ich gar nicht in Worte fassen!
    Danke.
    Ich wünsch euch allen weiterhin ganz viel Freude, Mut, Tatkraft und Vertrauen in eurem Dienst an Gott und an den Menschen!
    Gottes Segen für euch alle!

    7
  • Klaus sagt:

    Sorry wollte sagen: Jene die Homo-Ehe gutheissen (nicht darüber schimpfen)

    0
  • Klaus sagt:

    Die Betreiber von hoschameinung handeln nicht gerecht. Leute die über die Kirche schimpfen und für Anerkennung von Schwulen oder Homo-Ehe schimpfen haben den Vorrang. Andere werden massgeregelt. Bischöfe die Schwule u. Lesben segnen dürfen genannt werden. Jene die Jugendliche, die aus Missbrauch kommen u. ev. Ihre homosexuellen Gefühle bearbeiten wollen, dürfen das nicht. Man sieht hier die Einseitigkeit u. Ungerechtigkeit der Verantwortlichen. Ich werden mit Generalvikar Eugen sprechen, er war mal Jugendseelsorger.

    4
    • HoschaMeinung sagt:

      Dies ist ein Diskussionsforum, wo Interessierte über die Themen diskutieren und die eigene Meinung kundtun können. Wer mit welcher Meinung hier kommentiert und Interesse hat, mitzudiskutieren, können wir nicht beeinflussen. Alle sind eingeladen! Es wird allen Meinungen Platz gegeben, nur Beleidigungen und Werbung werden nicht zugelassen.

      7
      • Egon sagt:

        Und wie viel kostet dieses überflüssige „Diskussionsforum“, das offenbar nach allen Seiten hin so offen ist, dass man es nur als nicht ganz dicht bezeichnen kann, den Südtiroler Steuerzahler oder Kirchgänger? Wieviel von den 200.000 Euro die das Land jährlich an die SKJ und ebensoviel an die KJS auszahlt, missbraucht ihr für diese eure antikirchliche Kampagne?

        4
        • HoschaMeinung sagt:

          Die Plakataktion soll in erster Linie alle Südtiroler:innen zum Nachdenken und zur Diskussion anregen. Daher wurde ganz bewusst jeder Slogan als Frage formuliert. Durch Reflexion und Diskussion kann Meinungsbildung stattfinden, die uns in der Gesellschaft wichtig sind. Dabei sind die kirchlichen Jugendverbände nicht gegen die Kirche, sondern für eine Kirche der Zukunft. Weil uns die Kirche so wichtig ist, setzten und setzen wir uns mit diesen Themen auseinander. Darin sehen wir unsren Auftrag – in der Vertiefung und Auseinandersetzung mit Glaubens- und Kirchenthemen.

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          • Egon sagt:

            Wenn ihr als Jugendverbände schon für eine Kirche der Zukunft sind, warum legt ihr dann Themen vor, die seit mittlerweile 40 Jahren oder noch mehr in der Kirche diskutiert werden? Was hat es mit Zukunft zu tun, immer dieselben alten Themen (Frauenpriestertum, Homosexuelle, Sex vor der Ehe usw.), immer wieder neu aufzuwärmen? Wundert es euch nicht, dass euch ein pensionierter Religionslehrer per Presseaussendung oder Rundmail für diese Aktion lobt, ihr aber keinerlei Zustimmung von engagierten jungen Gläubigen bekommt?

            Der Umstand, dass die Slogans als Frage formuliert wurden, löst das Problem nicht, denn es kommt auch auf die Formulierung der Frage an. So, wie ihr die Fragen stellt, implizieren sie bereits die von euch offenbar gewünschte Lösung. Beispiel: Die Frage „Priesterin: ist die Zeit reif dafür?“ impliziert, dass es eine Frage der Reife der Zeit wäre, ob es Priesterinnen gäbe oder nicht. Dieses Thema ist aber nicht zeitgebunden sondern basiert – wie ihr vielleicht wisst – auf einem lehrmäßigen Substrat, mit Wurzeln in der Heiligen Schrift und in der Tradition der Kirche (das sind gleichzeitig die beiden Quellen der Offenbarung Gottes). Wertneutral und ohne eine Antwort in der Formulierung der Frage vorzugeben, müsste sie daher lauten: „Warum kann nur der Mann zum Priester geweiht werden?“. Dasselbe gilt analog selbstverständlich auch für alle anderen von euch formulierten Fragen. Außerdem ist nicht nur die Formulierung der Fragen provokativ, sondern mindestens ebenso die Bebilderung der Plakate.

            Die vorliegende Aktion erfüllt damit nicht euren Auftrag der Vertiefung und Auseinandersetzung mit Glaubens- und Kirchenthemen, sondern verfällt in ein populistisches und revolutionäres Fahrwasser kirchenkritischer Polemik, ohne den alten Themenbereichen etwas neues, konstruktives oder auf die Zukunft gerichtetes hinzuzufügen.

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            • Lena sagt:

              Als engagierte, junge Gläubige kann ich dir versichern, dass sowohl ich als auch viele andere in meinem Alter diese Aktion als wichtig und wertvoll betrachten. Die Themen der Plakataktion mögen vielleicht nicht die brandneusten sein, aber das bedeutet nicht, dass sie weniger wert sind oder zu den Akten gelegt werden sollten. Vor allem uns jungen Menschen sind Themen wie Gleichberechtigung und Diversität wichtig, deshalb ist es und auch ein Anliegen, dass über diese Themen auch im kirchlichen Kontext gesprochen wird.

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            • Magdalena sagt:

              Sie haben gerade einen drei Absätze langen Kommentar verfasst und auch bereits andere Kommentare formuliert, das zeigt doch, dass Sie sich mit der Frage auseinandergesetzt haben. Und so wie sie, haben auch andere hier durchdachte Beiträge geliefert. Eine Frage muss ein bisschen provozieren, denn Menschen widersprechen und verbessern viel lieber als sie zustimmen. Also wenn eine Frage so formuliert ist, dass auch viele Leute anderer Meinung sind, kommt es erst zu einem spannenden Austausch.

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          • Tobias sagt:

            Aus dieser Antwort erschließt sich deutlich, dass „eure Kirche der Zukunft“ nicht die Kirche Jesu Christi ist, die sich an der Schrift, der Tradition und dem Lehramt orientiert, sonst würdet ihr nicht Meinungen propagieren, die innerkirchlich schon längst widerlegt worden sind. Ich wundere mich sehr über den Bischof und auch die kirchlichen Entscheidungsträger, dass sie gegen solche Aktionen nicht intervenieren. Aber wie es schon im Alten Testamten hieß: „wie Schafe, die keinen Hirten mehr haben…(2 Chr 18,16) „Eure Kirche der Zukunft“ wird nach rein soziologischen Kriterien existieren, dem Zeitgeist angepasst, mal so, dann wieder anders, jedoch vom Weinstock, Jesus Christus, getrennt und somit ohne Lebenssaft, ohne Transzendenz und mystische Überzeugungskraft.

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            • Kathrin M sagt:

              Die Kirche Christi, die sich zuallererst, lt. Ihrer Meinung, an der Hl. Schrift, an der Tradition und am Lehramt orientieren soll.

              Ich möchte bitte gerne anmerken:
              Das Wort Gottes wird Mensch, wird Fleisch in Jesus Christus. Er stirbt, menschlich kraftlos und ausgeliefert, den Kreuzestod.
              Dies Geschehen gilt uns! Uns Menschen.
              Das Geschehen der Rettung und Erlösung beinhaltet, ja, auch, und gerade auch, dies.
              Im Blick hat Gott uns in unserer Menschlichkeit und Geschöpflichkeit! Er nimmt uns darin ernst. Er sieht uns! Er verbirgt nicht sein Angesicht vor uns. Gottes Antlitz ist uns zugewandt. In und mit Jesus Christus. Jede und jeden von uns sieht er an!

              Wenn wir uns Kirche Christi nennen – worauf mögen wir blicken?

              Auf die Menschen, auf die Geschöpfe und die Schöpfung Gottes! Mit ihren Fragen, ihrem Suchen, ihren Anliegen, ihr Leiden, ihre Not.

              Und sie, sie erzählen uns von Gott!

              Die Hl. Schrift erzählt uns von Gotteserfahrungen, die Menschen machten und diese festhielten.
              Lehramt und Tradition sind historisch gewachsen. Dies alles sind Zeugnisse des Glaubens. Sie sind gewachsen und gereift und wachsen und reifen mit uns weiter!

              Nicht bloß durch uns alleine, heißt nicht nur mit dem Tun und Sein unserer Hände und Herzen, unseres Denkens und Fühlens, sondern allem voran mit der Gnade und Barmherzigkeit Gottes.

              Die Fragen, die wir auf den Plakaten lesen können, sind im Ernst gefragt. Sie sind nicht nur zur Provokation um des Provozierens willens ausgesprochen. Auf dem Grund dieser Fragen steht nicht einfach nur bloße Forderung von diesem oder jenem. Nein.
              Auf dem Grund aller dieser Fragen ist Schmerz. Schmerz und gleichzeitig Hoffnung!
              Es sind Fragen, die einige Menschen haben, weil es für Sie um Existentielles geht. Sei es wenn es um die geschlechtliche Orientierung geht, sei es wenn es das Zurechtfinden mit körperlichen und geistigen Einschränkungen geht, sei es wenn es um innere Berufung (ja, auch der Frauen) geht, sei es wenn es um missbräuchlich verwendete Macht geht, sei es wenn es um Ehe und Familiengründung geht, sei es wenn es um die Zukunft der Kirche geht!
              Es geht hier um tiefe, existentielle Fragestellungen, die aus tiefster Seele von Menschen gestellt werden.

              Sie werden mitunter laut gestellt, öffentlich sichtbar… sie werden aber auch viel, viel und tief und unermüdlich leise, ganz alltäglich, oft im Gefühl von Einsamkeit oder in der tatsächlichen Verlassenheit gestellt.

              Das ist, wie ich glaube, dringend mitzudenken!

              Wenn dem so ist, dann dürfen und sollten und müssen wir uns TÄGLICH die Frage stellen: was ist nun tatsächlich die Aufgabe der Kirche Christi, der Gemeinschaft aller Menschen und Geschöpfe, die auf Jesus Christus blicken?
              Auf ihn, der uns ansieht, uns kennt! Auf ihn, der das uns zugewandte Angesicht Gottes ist, der uns wie ein Vater und wie eine Mutter liebt, der uns will und uns nicht verlässt!
              Was bedeutet das für uns? Welche Verantwortung ist damit verbunden?

              4
        • Kessi sagt:

          Warum beteiligst du dich dann an diesem „überflüssigen Diskussionsforum?“, wenn es deiner Meinung überflüssig ist?

          0
  • Eva sagt:

    Sicherlich hast du in dem Punkt Recht, dass solche Therapien nur bei Menschen anschlagen, die dies auch wirklich wollen. Aber Menschen, die sich in solche Konversionstherapien begeben arbeiten nicht an, sondern gegen sich selbst. Sie wollen sich von Grund auf verändern, weil andere der Meinung sind, dass sie falsch wären. Was für ein Erfolg ist es, sich zu verleugnen? Sich selbst ein Leben lang dafür zu hassen, dass man liebt?

    7
  • Cate sagt:

    zum Thema: „Wann dürfen wir laut sein?“
    Ich hab das Gefühl, dass die Kirche und der Gottesdienst immer mehr zum Event werden bzw. verkommen. Spielplatz ist Spielplatz und Kirchenraum ist Kirchenraum! Es fehlen oft das Gespür und der Respekt für die Energie oder die Qualität eines Raumes. Dieses Gespür und diesen Respekt sollte man aber schon als Eltern vorleben und den Kindern mitgeben. Wenn Eltern selbst nicht wissen, wie man sich während eines Gottesdienstes benimmt, kann man den Kindern keinen Vorwurf machen. Ich selbst habe Krabbelgottesdienste gestaltet. Zu Beginn wurde den Kindern gesagt, dass dies ein besonderer Raum sei, wo man still wird, damit man Gott besser spüren kann. Ich denke, dass es kein Problem ist, wenn ein Kind mal quengelt oder was sagt, aber wenn das den ganzen Gottesdienst so andauert, dann fühlt man sich irgendwann einfach gestört. Eltern sollten ihre Kinder einfach langsam eingewöhnen. So geht es zu Anfang eben nur eine Viertelstunde und mit dem Alter des Kindes steigert sich auch die Aufmerksamkeitsspanne. Es gibt Krabbelgottesdienste, Familiengottesdienste, wo es etwas turbulenter zugehen darf, ansonsten sollten Kinder bzw. Eltern wissen, dass man während des Gottesdienstes nicht essen oder trinken muss, nicht Kaugummi kaut, die Mütze abnimmt, mit dem Gotteslob achtsam umgeht und nicht am Altarraum herumläuft. Wie überall gilt es auch hier gewisse Regeln einzuhalten.

    7
    • Daniel sagt:

      Ich stimme dir vollkommen zu: die Kirche ist ein meditativer Raum, in dem Disziplin und Respekt gepflegt werden sollte. Aber doch finde ich, dass es etwas Abwechslung bedarf. Ich habe sehr oft das Gefühl, dass jeder Gottesdienst vom Gefühl her eine Beerdigung ist, dass alles eine etwas traurige Stimmung hat. Ich kann es deshalb sehr gut verstehen, dass sich manche eine Veränderung wünschen. Auch ich gehöre dazu. Warum darf man nach der „frohen Botschaft“ nicht mal lachen, tanzen, einfach fröhlich sein. Meiner Meinung nach fehlt manchmal auch die aktive Interaktion mit dem, was man hört und was in der Kirche gesagt wird. Ich war vor mehr als zwei Jahren auf einem Gottesdienst in Wien und dort war die Predigt nicht ein herunter gesprochener Monolog, sondern es war wie eine Diskussion, jeder durfte teilhaben. Es wurde über das Evangelium gesprochen, wie wir uns fühlen, was uns angesprochen hat, was das uns vermitteln soll, worauf wir den Inhalt beziehen können, und ob es noch Aktualität hat, etc. Es war für mich ungewohnt, da ich so etwas von Südtirol nicht kenne. Den Frieden hat man durch eine Umarmung dem nächsten gezeigt. Es ist immer eine Frage, wie wir die Worte Gottes *leben* wollen. Ein gute Kontrast finde ich, ist Taizé. Dort werden die Worte in meditativen Lieder-Wiederhohlungen, Texten und Stimmungen wahrgenommen. Es ist eine bedachte und innere Begegnung, die auch einen sehr großen Wert hat.
      Für den einen fühlt es sich so richtig an, für den einen anders.
      Um nochmal zurück zu kommen: ich finde, man sollte beides in ein gutes Verhältnis bringen, denn der „klassische“ (etwas trauriger bzw. „nicht-fröhlicher“) Gottesdienst, hat u.a. Menschen wie mich etwas verschreckt und die Kirche für mich unattraktiv gemacht. Und um auf das „laut sein“ einzugehen. Wenn man nicht gehört wird, muss man einfach mal lauter werden, auf sich aufmerksam machen, auch mal schreien. Wie sonst soll man hören, was einigen fehlt. Ich denke mir sehr oft: warum soll ich überhaupt irgendwo teilhaben, wo ich sowieso keinen richtigen Platz habe, wo ich den Glauben, nicht wie heterosexuelle Menschen, komplett ausleben kann. Ich MUSS also laut sein…

      4
    • Magdalena sagt:

      Eine Kirche sollte ein Ort der Begegnung sein. Eine Begegnung von Generationen, Lebenssituationen und Erfahrungen. Eine Begegnung von Menschen die alle durch ihren Glauben zusammengebracht werden. Dass aber Kinder etwas anderes berührt als es Erwachsene tut, ist denke ich klar. Ein Gottesdienst muss also kein Event sein, aber er sollte die Menschen, die ihn besuchen ansprechen, sie mitnehmen und dafür müssen sie ihn auch verstehen. Der Glaube muss dabei doch auch nicht immer leise sein. Wenn man gemeinsam singt, lacht und auch mal laut diskutiert, dann ist das für mich auch eine Begegnung in der man Gott finden kann. In einer Kirche sollte für beides Platz sein: für die stille Einkehr und für die laute Freude.

      1
  • Esther sagt:

    DAS IST KEINE FAGE DER MEINUNG!

    Als lesbische, gläubige Frau empfinde ich es respektlos, dass eine Gegebenheit wie Homosexualität und deren Anerkennung zur Diskussion gestellt werden.

    Es wird ja auch nicht darüber diskutiert, ob es legitim ist, dass die Erde in Milliarden und nicht 7 Tagen erschaffen wurde.

    10
    • Klaus sagt:

      Jede Meinung soll respektiert werden – auch jene die nicht für eine kirchliche Anerkennung ist. Alle haben den gleichen Wert und die gleichen Rechte

      0
      • Eva sagt:

        Zu sagen, dass alle die gleichen Rechte haben, wenn es in dieser Diskussion ausdrücklich darum geht, dass in der katholischen Kirche diese eben nicht alle haben, erscheint mir paradox.

        7
  • Monika sagt:

    Wenn man jemand soffl gearn hot, dass man sei Lebm mit ihm vobreng will, nuar isch ’s meiner Meinung nouch in Ordnung. Worum solln sich et zwa Mando oddo zwa Frauen gearn houbm terfn, la weil’s die Gesellschoft et akzeptieren konn?
    Sie solln sich gearn houbm, sie solln heiratn und sie solln a Kindo kriagn/adoptieren terfn.

    6
  • Kathrin M sagt:

    Das Schreiben der Glaubenskongregation letztes Jahr, welches auf die Frage „Hat die Kirche die Vollmacht, Verbindungen von Personen gleichen Geschlechts zu segnen?“ eine Antwort geben will, erschüttert vor allem auch durch die dafür gewählte Sprache. Es ist die Rede davon, dass gesegnet nur dasjenige werden kann, „was an sich darauf hingeordnet ist, diesen Plänen [Gottes] zu dienen“. Verbindungen von Menschen gleichen Geschlechts werden automatisch zu jenen Verbindungen gezählt, „die eine sexuelle Praxis außerhalb der Ehe einschließen“ – in ihnen gibt es „positive Elemente – die in sich betrachtet dennoch zu schätzen und hervorzuheben sind“, aber diese „[stehen] im Dienst einer Verbindung, die nicht auf den Plan des Schöpfers hingeordnet ist.“
    Abgeschlossen wird das Dokument mit dem Verweis auf die Sündhaftigkeit dieser Verbindungen und dass Gott eine Sünde nicht segnen kann. Dann wird gesagt: „[Gott] segnet den sündigen Menschen, damit er erkennt, dass er Teil seines Liebesplans ist, und sich von ihm verändern lässt. Denn er ‚nimmt uns so, wie wir sind, aber lässt uns nie so, wie wir sind.‘ “
    Diese allerletzten Worte sind der Ansprache von Papst Franziskus bei seiner Generalaudienz vom 2. Dezember 2020 entnommen. Dort denkt Papst Franziskus an die Mütter, die vor den Gefängnissen Schlange stehen, um dort ihre inhaftierten Kinder zu besuchen. Autobusse fahren vorüber mit Menschen, die vielleicht schlecht denken über diese Mütter und ihre Kinder. Aber die Mütter stehen an, auch wenn sie vielleicht Scham empfinden, es ist ihre Liebe, die stärker ist. Weiter sagt Papst Franziskus: „So sind wir für Gott wichtiger als alle Sünden, die wir begehen können, denn er ist Vater, er ist Mutter, er ist reine Liebe, er hat uns für immer gesegnet. Und er wird nie aufhören, uns zu segnen.“ Es ist absurd und sehr verletzend, dass etwa so ein Zitat aus einem solchen Zusammenhang an das Ende jenes Dokumentes gestellt wird, in dem über Verbindungen von gleichgeschlechtlich liebenden Menschen gesprochen wird. Es wird eine Parallele gezogen, die wirklich zutiefst beschämend ist. Homosexuelle Beziehungen und Verbindungen in Liebe werden hier in den Kontext von tiefster Sünde, von schweren Vergehen, ja Verbrechen gestellt. Menschen verschiedenster sexueller Orientierungen zu sagen sie seien als Einzelpersonen segenbar, als sich einander liebende Menschen allerdings nicht mehr, ist mehr als nur verletzend, nein, es ist zerstörend. Kann sich denn je ein Mensch anmaßen die Pläne unseres Schöpfergottes so vollständig zu kennen, dass ein endgültiges Urteil möglich sei darüber, wer oder was, wie, in welcher Form auf GOTT hingeordnet sei oder nicht sei und was das schließlich zu bedeuten habe?
    Papst Franziskus sagt dafür etwas, wie mir scheint, Entscheidendes (vielleicht hätte diesem Teil seiner Aussage mehr Augenmerk geschenkt werden sollen, als das Zitat ausgewählt wurde für den Schlusssatz des Dokuments der Glaubenskongregation):
    Gott „ist reine Liebe, er hat uns für immer gesegnet. Und er wird nie aufhören uns zu segnen“ – UNS! d.h. UNS Menschen, die wir MIT anderen Menschen atmen, leben, sind! UNS, die wir Seine Kinder sind, in unserem Denken, Sprechen, Fühlen, Lieben! UNS, die wir gewollt sind von dem, der Mutter und Vater für uns ist!
    Wenn LIEBENDEN Menschen gesagt wird sie seien zutiefst verwoben in Sünde, dann, ja, dann werden sie zu Gefangenen gemacht! Zu Menschen, die sich nicht bewegen können. Dann kann passieren, dass sie gar auch beginnen Scham zu empfinden, dass sie an sich und an das, was sie umgibt zweifeln oder gar verzweifeln. Liebende Menschen wurzeln in Gott, weil er die reine Liebe ist. Liebende Menschen kommen aus dieser Liebe, entsprossen ihr: Gott „hat uns für immer gesegnet.“

    10
  • Eva sagt:

    Wer kann schon definieren, was Liebe ist?
    So vielfältig tritt sie in unserem Alltag auf. In unseren Familien, zwischen Freunden, in romantischen Beziehungen. Zwischen Fremden auf der Straße, die sich gegenseitig weiterhelfen, Nächstenliebe praktizieren, ohne die andere Person zu kennen.

    Einer der größten Grundpfeiler der Liebe ist wohl der Respekt zueinander. Menschen, die sich gegenseitig respektieren, aufeinander
    Acht geben, sich helfen und einander nicht schaden wollen. In welcher Beziehung sie auch immer zueinander stehen. Das ist Liebe.

    Wo steht das im Widerspruch zur LGBTQ+ Gemeinschaft? Wieso soll das keine Liebe sein? Wieso wird es als unnatürlich abgestempelt, wenn es, wie auch Daniel bereits angesprochen hat, auch im Tierreich nicht nur heterosexuelle Paare gibt?

    Oft hört man, dass das klarste Argument gegen andere sexuelle Orientierungen die Tatsache sei, dass solche Paare auf natürlichen Wege keinen Nachwuchs empfangen könnten.
    Ja, natürlich, XX kann sich einfacher mit jedem XY kreuzen. Doch auch da könnten wir uns fragen, ob das immer Liebe ist.

    13
  • Marc sagt:

    Tolleranz ist das Stichwort – aber bitte für alle! Viele homosexuell empfindende in der Kirche oder ausserhalb leiden unter ihrer Neigung u. sehen ihre Homosexualität als konflikthaft. Die LGBTQ’s in der Kirche gibt das nicht zu. Teile der Kirche haben die Lüge der Schwulenlobby übernommen, dass Menschen homosexuell geboren, bzw. Gott habe sie so erschaffen – und dass sie sich nicht ändern können. Das ist Unwahrheit und theologisch falsch. Es ist v.a. für Betroffene von Missbrauch (die oft auch mit gleichgeschlechtlichen Gefühlen leben) eine grosse Entmutigung. Es gibt Überwindung von homosexuellen Gefühls- u. Gedankenstrukturen für die es wollen. Das suchen auch viele um ev. einen Suchtkreislauf zu überwinden und ev. auch HIV u. sexuell-übertragbare Krankheiten zu verringern. Die Bibel spricht auch klar darüber, sie legt die Betonung auf das was wir tun, nicht das was wir fühlen. Jesus stellt sich klar im Rahmen des Alten Testamentes.
    Es gibt Jugendliche, die sich Selbsthilfegruppen zusammengeschlossen haben u. sich gegenseitig ermutigen. Es gibt eine Menge Bücher in deutsch, italienisch. Ebenso viele Initiativen, die helfen, das Thema besser zu verstehen.

    5
    • Stefan sagt:

      Ich denke viele homosexuelle Menschen leiden nicht in erster Linie unter ihrer sexuellen Orientierung, sondern unter dem Druck, den die Gesellschaft und Kirche ihnen auferlegt. Wie schlimm ist es, wenn ein Wesenszug des eigenen Menschseins, sprich die eigene Sexualität, von anderen schlecht angesehen, abgelehnt oder verurteilt wird? Etwas zu verheimlichen und verdrängen zu müssen lähmt und macht unfrei.

      Lange Zeit wurde Homosexualität als psychische Störung betrachtet. Heute sind wir zum Glück auf einem anderen wissenschaftlichen Stand. Die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt. Im Jahr 1992 hat die Weltgesundheitsorganisation „Homosexualität“ aus ihrer Liste der Krankheiten gestrichen und im Oktober 2013 beschloss die 64. Generalversammlung des Weltärztebundes, dass Homosexualität keine Krankheit sei und deshalb keiner Heilung bedürfe.

      Die aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse besagen:
      Die eigene Sexualität ist nicht selbst ausgesucht und nicht veränderbar!

      Versuchte „Heilungen“, sog. Konversionstherapien haben großen Schaden bei Menschen angerichtet. Ja, es ist möglich Sexualität zu unterdrücken, aber jede Unterdrückung macht krank. Diese Menschen wurden dann wirklich krank und psychisch gestört. Zahlreiche Staaten haben mittlerweile diese Therapien verboten. Unter anderem sogar der Vatikan im Jahr 2018. Auch das Europäische Parlament befürwortete parteiübergreifend mit großer Mehrheit den Verbot von Konversionstherapien.

      Ich frage dich lieber Marc, warum störst du dich daran, wenn andere Männer – Männer lieben und Frauen – Frauen?
      Ich wünsche dir, dass du die/den lieben kannst, wen du magst!
      Denn die Liebe ist das schönste auf dieser Welt! Und in der Liebe zu einem Menschen kommt die Liebe Gottes zum Ausdruck.

      33
      • Marc sagt:

        Therapien helfen nur denen, die es wollen und mitarbeiten. Wenn du es anders siehst ist ok. Die Realität ist eben diese, dass es viele gibt, die an sich arbeiteten und Erfolg hatten. Oft war eine Verminderung ihrer Zwänge das Resultat oder einfach mehr Lebensqualität. Jeder hat ja auch das Recht dazu. Stichwort Konversionstherapien: das wurden von den Gegnern durch den Kakao gezogen. Hilfreich waren irgenwelche Therapien, für die es wollten auf jeden Fall. Man denke dabei an Gesprächstherapien, da viele Menschen oft auch psychisch angeschlagen sind usw. Es gibt viele Initiativen da und dort, z.B. Camps u.a. wo Jugendliche Abenteuer und Gemeinschaft mit anderen Männern erleben wollen, dabei spielen sportliche Aktivitäten oder Körperarbeit eine besondere Rolle. Es gibt Menschen mit Traumata aus der Kinder und Jugend, sie sollen Hilfe erfahren dürfen.

        2
        • Andy sagt:

          Danke dir für deinen Beitrag. Ich selbst habe vor Covid ein paar tolle Dinge erlebt, die mir gut taten. Wochenende bzw. Treffen mit Gleichgesinnten. Ich fühlte mich bei diesen Zusammenkünften gut aufgenommen und konnte von der Freundschaft u. Hilfe profitieren.
          God bless you!

          1
        • Eva sagt:

          Sicherlich hast du in dem Punkt Recht, dass solche Therapien nur bei Menschen anschlagen, die dies auch wirklich wollen. Aber Menschen, die sich in solche Konversionstherapien begeben arbeiten nicht an, sondern gegen sich selbst. Sie wollen sich von Grund auf verändern, weil andere der Meinung sind, dass sie falsch wären. Was für ein Erfolg ist es, sich zu verleugnen? Sich selbst ein Leben lang dafür zu hassen, dass man liebt?

          2
          • Klaus sagt:

            Man soll nicht über Dinge reden, die man nicht selbst erlebt hat und nicht alle Fake-News gewisser Lobbygruppen glauben

            0
            • Magdalena sagt:

              Wo kämen wir hin, wenn jeder nur mehr von den Dingen reden dürfte, die er oder sie selbst erlebt haben. Erlebnisberichte sind unglaublich wertvoll und zeigen oft einen neuen Blickwinkel auf. Trotzdem können auch Personen, die die Erfahrung nicht persönlich gemacht haben, sich gut mit einem Thema auskennen und eine eigene Meinung dazu haben. Sonst dürften alle Psychotherapeut:innen, die keine Depressionen in ihrem Leben hatten nicht mehr Arbeiten und Priester nicht mehr über Ehe und Familie predigen.

              3
    • G. Maria sagt:

      Ich weiß nicht, ob hier (siehe Zitat) nicht Phänomene in einen etwas missverständlichen Zusammenhang gestellt werden.

      „Es gibt Überwindung von homosexuellen Gefühls- u. Gedankenstrukturen für die es wollen. Das suchen auch viele um ev. einen Suchtkreislauf zu überwinden und ev. auch HIV u. sexuell-übertragbare Krankheiten zu verringern. “

      Homosexelle Gefühls- und Gedankenstrukturen – Sucht – HIV/STDs
      Es könnte hier der Eindruck entstehen, dass es einen einfachen Ursache-Folge-Zusammenhang gibt.

      1
    • Hanna sagt:

      Ich verstehe die Verbindung zwischen Missbrauch und gleichgeschlechtlichen Gefühlen nicht… : „Es ist v.a. für Betroffene von Missbrauch (die oft auch mit gleichgeschlechtlichen Gefühlen leben) eine grosse Entmutigung.“ Was meinen Sie damit?

      0
  • Daniel sagt:

    Wie bereits in den angeführten Texten stand, sind die Inhalte der Bibel nicht aus direkter Hand Gottes oder Jesus geschrieben. Es sind Auffassungen von Autoren, die entweder eine Begegnung mit göttlichen Offenbarungen hatten, oder zur Erkenntnis durch Überlieferung anderer gekommen sind. Ein jeder Mensch hat seine Meinungen, teils auch geprägt durch das Umfeld. Auch in der Philosophie liest man noch alte Texte, wie z.B. von Sokrates, die in einer Zeit entstanden sind, in der Frauen gesellschaftlich untergeordnet waren, das sich in seinen Werken widerspiegelt. Und doch sind sie noch relevant, da es zentral um die Werte geht. Wichtig ist immer eine kritische Auseinandersetzung mit dem, was wir hören und lesen. Wenn Gott die Natur, die Welt und den Menschen erschaffen hat, wenn alles seinen Platz hat, warum sollte er etwas in die Welt setzen, das gegen allem spricht? Ich nehme gerne das Beispiel von Pinguinen her: Homosexuelle Pinguine haben einen wichtigen Platz in der Natur und Gesellschaft ihresgleichen. Sie können zwar keine eigenen Kinder zeugen, aber sie übernehmen die Elternrolle, falls die Eltern eines Kindes nichtmehr da sind, so kann die gesamte Gemeinschaft fortbestehen.
    Ich denke, dass die Kirche langsam, aber sicher, einen neuen Weg einschlagen wird. Denn die Position der Kirche ist es ja, die Werte Gottes und des Glaubens zu vermitteln. Die Werte, die uns Gott mitgeteilt hat, sprechen auf keinem Fall gegen Homosexualität.
    Worauf ich hinaus will ist, dass man Kirche und Glaube klar differenzieren sollte. Die Kirche ist ganz klar eine Institution, die Gläubige zusammenbringen möchte, um den Glauben gemeinsam auszuüben. Und dort sollte jeder, der glaubt, einen Platz haben, ganz unabhängig von äußeren Eigenschaften. Gott und Jesus haben uns ganz klar gezeigt, dass es um die inneren Werte geht, um das Miteinander, um die Liebe zum nächsten… Ich finde dass Homosexualität und auch die Ausübung einer solchen Neigung, überhaupt keinen Gegenspruch zu göttlichen Werten hat. Ganz im Gegenteil, wenn wir solchen Menschen einen Raum bieten, kommen wir Gott einen Schritt näher. Denn Mensch ist Mensch und Liebe ist Liebe.

    – Entschuldigung die vielen Worte, aber ich könnte fast einen ganzen Roman darüber schreiben. Ich wollte nur anmerken, dass ich es super finde, dass ein Forum für solche Themen bereitgestellt wird! Vielen Dank dafür 🙂

    29
  • Tobias sagt:

    Die Lehre der Bibel über Homosexualität gründet im Buch Genesis: Gott schuf den Menschen als sein Abbild, als Mann und Frau. Er segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und vermehret euch.
    Jesus stützt sich in einem Streitgespräch mit Pharisäern auf diese Stelle und ergänzt: Deshalb wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und seinem Weibe anhangen, und die beiden werden ein Fleisch sein (Mt 19,4-6).
    Das Buch Genesis schließt Homosexualität als Schöpfungsvariante aus. Die Lehre über Homosexualität ist keine Reaktion auf heidnische Kulte in der Antike, sondern die logische Folge des biblischen Menschenbildes. Auch für den Apostel Paulus richtet sich homosexuelles Verhalten gegen die Schöpfungsordnung und damit gegen den Schöpfer. Aus der Bibel lässt sich also sehr wohl ableiten, dass Homosexualität gegen den Willen Gottes und die Schöpfungsordnung gerichtet ist.
    Der Katechismus der Katholischen Kirche hält in der seit 1997 geltenden Fassung fest, dass es Männer und Frauen „mit tiefsitzenden homosexuellen Tendenzen“ gibt, die „objektiv ungeordnet“ sind. Menschen mit diesen Neigungen sei „mit Achtung, Mitgefühl und Takt zu begegnen“ (Nr. 2358). Aber auch sie sind berufen, in ihrem Leben den Willen Gottes zu erfüllen und keusch zu leben.
    Deshalb unterscheidet die katholische Kirche zwischen homosexuellen Neigungen und praktizierter Homosexualität, die im Unterschied zu den Neigungen als unsittlich verworfen wird.
    Eine angeborene Neigungshomosexualität kennt weder die katholische Kirche noch die Biologie. Entweder ist Homosexualität eine Neigung, die beherrscht und verändert werden kann, oder sie ist angeboren und damit nicht veränderbar. Die Aussage im Katechismus von 1993, Homosexuelle hätten ihre Veranlagung „nicht selbst gewählt“, wurde in der Fassung von 1997 korrigiert.
    Die Behauptung, sexuelle Orientierung sei angeboren, lässt sich wissenschaftlich nicht nachweisen, wie Lawrence S. Mayer und Paul McHugh 2016 in „Sexuality and Gender. Findings from the Biological, Psychological and Social Sciences“ nach der Durchsicht von über 500 Untersuchungen feststellten.
    Homosexuelle Praxis abzulehnen widerspricht auch nicht christlichen Grundaussagen zur Bedeutung des Leibes. Im Gegenteil, die Würdigung des Leibes führt mit logischer Konsequenz zur Kritik der Homosexualität, die nur eine sehr fragmentierte Vorstellung von Leiblichkeit hat.
    Die Differenz der Geschlechter, ihre Komplementarität und gegenseitige Übereignung sind auf das „Ein Fleisch-Werden“ im Geschlechtsakt und die Weitergabe des Lebens angelegt. Menschen in homosexuellen Verbindungen ist dies von Natur aus verwehrt.
    Die Segnung homosexueller Verbindungen wäre deshalb eine Verdunkelung des katholischen Verständnisses von Sexualität und Ehe.

    11
    • Ruth sagt:

      Sehr geehrter Herr Tobias,
      danke für Ihre ausführliche Antwort auf die Frage, ob die Kirche bunt ist. Ich finde Ihre Argumentation durchaus spannend, allerdings finde ich diese Ansicht als nicht mehr aktuell. Man sollte bedenken, dass die sexuelle Orientierung ein Teil der Identität ist und jedes Individuum soll diese auszuleben dürfen. Ich finde es nicht gerecht, dass wir uns ausschließlich an der weißen, heterosexuellen (und häufig männlichen) Sicht der Dinge orientieren. Alle Menschen sind gleich und haben die gleichen Rechte – so auch das Recht auf Gottes Segen. Außerdem finde ich, dass Liebe, Beziehung oder Ehe sich nicht ausschließlich durch die Fortpflanzung definieren. Es gehört ein bisschen mehr dazu!

      11
    • G. Maria sagt:

      Was führt dich zur Annahme, dass Homosexualität „nur eine sehr fragmentierte Vorstellung von Leiblichkeit hat“?

      0
    • Karin sagt:

      Danke für die Bibelstellen. Auch bei diesem Thema kann selbst der Papst nicht Ja zur Segnung sagen, da aus der Bibel hervor geht dass Gott Gleichgeschlechtliche Paare nicht gefällig sind. Alle die glauben es seien Nacherzählungen von Menschen irren sich es ist ein lebendiges Buch, dass im selben Geist gelesen werden soll wie es geschrieben wurde. Darum bitten wir um diesen bevor die Hl Schrift lesen.
      Unser Glaube der Katholischen Kirche ist wunderschön, aber wir müssen Gott beim Wort nehmen und die Bibel ist sein Wort. Dann bekommen wir Frieden und Ordnung in unser Leben.

      3
  • Klaus sagt:

    Natürlich ist die Kirche bunt und natürlich haben alle in ihr Platz. Heute geht es glaube ich um Homosexualität. Dir Kirche hat ihre Doktrin, die auf die Bibel basiert. Trotzdem lehnt sie niemand ab aufgrund seiner Lebensweise, weil auch Gott alle annimmt, versteht und liebt. Wir werden glücklich, wenn wir Gottes Plan für uns verstehen und leben. Es geht darum nach dem zu leben, wozu wir geschaffen sind. Als Mann und Frau. Immer zu dem zu werden, wer man ist. Jesus sagt, dass die Liebe das wichtigste ist. Wenn man jemanden gern hat, kann man ihm oder ihr auch sagen, wenn man weiß, dass ihm/ihr etwas nicht gut tut.

    6
    • Magdalena sagt:

      Aber wozu wurden wir denn geschaffen? Diese frage ist meiner Meinung nach etwas komplizierter als sie nur damit zu beantworten, dass wir als Mann und Frau zusammenleben. Denn wozu leben wir als Mann und Frau in einer Beziehung? Wenn es nur darum geht Kinder zu zeugen, dann dürften Personen in einem höheren Alter sich auch nicht neu verlieben und sich neu binden. Der erste Schritt Gottes Plan zu leben, ist sich selbst anzunehmen und zu lieben.

      7
    • Toni sagt:

      Meine persönlichen Antworten. “ Natürlich haben alle ihren Platz: die Frage ist nur, einen Platz im Zentrum oder am Rand? “ „Trotzdem lehnt sie niemanden ab. Wenn gleichgeschlechtlich Liebende die in Treue, Vertrauen, Fürsorge in Beziehung leben und offiziell nicht gesegnet werden dürfen, dann ist das für mich eine Ablehnung, Ausgrenzung und geringe Wertschätzung diesen Menschen gegenüber.“ „Es geht darum zu leben, wozu wir geschaffen sind. Gott* schuf den Mensch männlich und weiblich. Dann sind auch queere Menschen von G:tt gewollt, geliebt und gesegnet.“ „Dass die Liebe das Wichtigste ist. Ja, letztendlich geht es um Liebe, weil Lebens- und Liebesvielfalt göttlich ist.“ Letztendlich geht es um das Leben in Fülle, für Jed*en.
      Der Bischof von München Karl Marx hat gestern bei einem queeren Gottesdienst teilgenommen. Er wolle dafür einstehen, „dass wir Schritt für Schritt zu einer inklusiven Kirche werden“, sagte er. Für mich hat die kath. Kirche Schuld auf sich geladen gegenüber queeren Menschen und es ist Zeit, ganz offiziell, dass sich die Kircheentschuldigt . Die geschriebenen Wörter im Kathechismus ändert in der Erkenntnis der Humanwissenschaft und der neuen Sichtweise der Moraltheologie.
      Eine Frage beschäftigt mich. Würde an einem (Sonn)Tag alle schwulen Priester, queere Mitarbeiter*Innen, die in der Kirche amtlich, ehrenamtlich tätig sind, streiken…. was würde dann fehlen?

      8
      • Martin sagt:

        Ja lieber Hochwürdigen Toni, lies mal den Artikel auf kath.net, wie sich der Bischof Marx der Schwulenlobby anbiedert, auf Kosten der Wahrheit, der Gesundheit der Jugendlichen usw. Missbrauch des Missbrauchs sagt man

        0
        • Toni sagt:

          Ja, lieber Martin. Ich bin nicht Priester. Ich bin schwul, katholisch ( im wahrsten Sinne des Wortes: allumfassend ), steh dazu und das ist gut so. Auch ich habe Platz in der Kirche, bedingungs -los. Martin, du musst mich aushalten, denn ich werde aus der Kirche nicht austreten, sondern auftreten.

          10
        • G. Maria sagt:

          Homosexualität und Missbrauch sind zwei Dinge, die NICHT miteinander zusammenhängen.
          Es gibt Missbrauch – sexuellen, aber auch psychischen, körperlichen, geistlichen usw. – in gleich- ebenso wie in gegengeschlechtlichen Situationen (das Wort „Beziehung“ erscheint mir hier missverständlich).

          6

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